Infotag Marchtaler Plan
Regensburg – Am Buß- und Bettag veranstaltete die Schulstiftung der Diözese Regensburg Tag in Kooperation mit dem Katholischen Schulwerk in Bayern in den Marien-Schulen Regensburg den Infotag Marchtaler Plan für die rund 500 Lehrerinnen und Lehrer der 13 Stiftungsschulen. Die Veranstaltung widmete sich der Marchtaler-Plan-Pädagogik, die an mehreren Schulen der Stiftung bereits in unterschiedlichem Umfang umgesetzt wird.
Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Gottesdienst in der Dominikanerkirche St. Blasius in Regensburg unter der Leitung von Domkapitular Martin Priller. Am Ende des Gottesdienstes begrüßte der Direktor der Schulstiftung, Günter Jehl, alle Anwesenden und eröffnete die Veranstaltung. Sodann begaben sich alle Lehrkräfte in die fußläufig erreichbaren Marienschulen. Dr. Peter Nothaft, Direktor des Katholischen Schulwerks in Bayern, beleuchtete in einem Impulsvortrag grundlegende Aspekte des Marchtaler Plans. Der Vortrag wird im Folgenden zusammengefasst wiedergegeben:
Der Marchtaler Plan ist ein Konzept, das in den 1980er Jahren von Pädagogen der Diözese Rottenburg-Stuttgart entwickelt wurde. Es integriert reformpädagogische Ansätze wie Montessori, Freinet und Jenaplan und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Der Marchtaler Plan wird in verschiedenen Schularten angewendet, von Grundschulen bis zu beruflichen Schulen, und hat sich auch außerhalb Baden-Württembergs verbreitet, z. B. in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Österreich.
Die Grundlage des Marchtaler Plans ist die Achtung vor dem Kind und dessen ganzheitlichem Mensch-Sein. Der Haltung der Lehrkräfte kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. In der Marchtal-Pädagogik sind Lehrkräfte in erster Linie Lernbegleiter und „Ermöglicher“.
Wichtige Gestaltungselemente sind:
- Morgenkreis: Fördert Gemeinschaft, persönliche Entwicklung und soziale Fähigkeiten durch Gespräche, Meditationen und Gebete
- Freie Stillarbeit/Freie Studien: Ermöglicht eigenverantwortliches Lernen, fördert Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen
- Vernetzter Unterricht: Verbindet verschiedene Fachbereiche, jeweils angereichert um eine religiöse Dimension
- Fachunterricht: Ergänzt den Vernetzten Unterricht durch fachwissenschaftliche Inhalte
Der Marchtaler Plan zielt darauf ab, ein erkennbares kirchliches Schulprofil zu schaffen, das christlichen Glauben und Weltgestaltung verbindet. Für eine erfolgreiche Umsetzung an einer konkreten Schule bedarf es kompetenter Lehrkräfte, der Zusammenarbeit im Kollegium sowie externer Beratung, z. B. durch Schulen, die den Plan bereits erfolgreich implementiert haben. Der Marchtaler Plan ist ein bewährtes Modell für die Schulentwicklung an katholischen Schulen, das auch Raum für Weiterentwicklung (Bsp. KI) und neue Ideen bietet.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen nahmen die Lehrkräfte an zwei auf die jeweilige Schulart zugeschnittenen Workshopphasen teil. Die Workshops boten praxisnahe Einblicke in verschiedene Elemente des Marchtaler Plans und ermöglichten einen intensiven fachlichen Austausch zwischen den Teilnehmenden.
Im Vorfeld der Veranstaltung hatten alle 500 Lehrkräfte die Möglichkeit, ganz nach persönlichem Gusto aus über 25 Workshops zwei auszuwählen. Die insgesamt 1000 Workshopbuchungen erfolgten über die Buchungsplattform des Katholischen Schulwerks. Durch dieses Teilnehmermanagement war am Veranstaltungstag ein reibungsloser Ablauf gewährleistet. Zum Workshopangebot trugen auch Referierende des Katholischen Schulwerks in Bayern bei.
Der Infotag Marchtaler Plan endete gegen 16.00 Uhr. Das Katholische Schulwerk dankt allen Helfenden und wünscht den Lehrkräften Freude und Gottes Segen bei der Erprobung des Gelernten an der eigenen Schule.


Dr. Peter Nothaft


Weitere Artikel
Seite 1 von 1
Weihnachtsgruß 2025
Seite 1 von 1
